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Sorgloses Geschrammel: Dos Hermanos
Zwei Herren, eine Absicht: Musik machen ohne Rücksicht auf Verluste. Die "Dos Hermanos" aus München haben sich ihrer Restband entledigt, um auch mal die Vorteile der Duett-Arbeit zu genießen. Die Band durchholzt die Folklore mehrerer Kontinente, spielt Country-Musik, Landler oder Polka. Auch ein Stück von Filmkomponist Ennio Morricone darf da ruhig mal dazwischen geraten. Nur zu filigran darf es nicht klingen.

Im Duo waren im Club2 nur mehr jene zwei Herren am Werk, die die schönen Münchner Namen José und G.Rag tragen. Gitarren und Schlagwerk hatten sie als einzige Bewaffnung mitgebracht. Die Songs, überwiegend Country-Nummern, klangen so, als hätte man sie in eine Blechdose gesteckt, ein paar Kiesel dazugeschmissen und dann das Ganze zum Scheppern gebracht. Vergötterer von Hank Williams zum Beispiel mussten bei der hermanischen Version von "Ramblin' Man" schon gönnerhafte Laune mitgebracht haben, um da noch in freudige Zustimmung ausbrechen zu können.
Die meisten Club-Besucher freuten sich eh über das sorglose Geschrammel. Der Zugaben-Teil war entsprechen ausgiebig, schon die Gesamtkapelle von G.Rag gilt ja als stadtbekannt für ihre Unaufhörlichkeit. Danach wurde Cumbia aufgelegt und insgesamt wieder einmal bewiesen, dass es noch sehr viel schöne Lieder zu entdecken gibt, egal ob "Highway-Trash" oder "Verlorene Country-Songs".
München hat doch noch jede Menge Musikliebhaber, denen die ausgiebige Spielfreude lieber ist als die glatte Perfektion.

Richard Oehmann

TZ 15.2.02